Ebracher Fastentuch verdeckt wieder den Hochaltar

Das zu Ostern 1749 entstandene Fastentuch der ehemaligen Klosterkirche in Ebrach wird nach seiner Wiederentdeckung und Restaurierung heuer zum 11. Mal aufgehängt. Ein Team von Ehrenamtlichen der Pfarrei und die Bamberger Textilrestauratorin Sibylle Ruß treffen sich in jedem Jahr am Aschermittwoch, um das Fastentuch hinauf in den Chorraum zu ziehen. Am Ostersamstag findet die schwierige Aktion des Abbaus statt, denn das bemalte Leinen muss auf einer großen Rolle faltenfrei bis zum nächsten Aschermittwoch deponiert werden.
Gemalt hatte das Fastentuch der Würzburger Maler Anton Joseph Högler, ein Schüler des bekannten Johann Rudolph Byss, mit dem er in der Würzburger Residenz u.a. auch die Hofkapelle ausmalte. Das 6 mal 4,50 m große beeindruckende Fastentuch mit dem leeren Kreuz, den Arma Christ, Maria und Johannes auf dunkelblauem Grund verdeckt während der Fastenzeit den Hochaltar. Der aus dem Mittelalter stammende Brauch bedeutete für die Gläubigen neben dem körperlichen Fasten auch ein geistliches Fasten. Die Pfarrkirche ist zum Ebracher Frühlingsmarkt am Palmsonntag durchgehend geöffnet. Außer zu den Gottesdiensten kann die Kirche vorher und nachher nur bis zum Gitter betreten werden.
Weitere Informationen: Pfarrbüro Ebrach 09553/266 (freitags von 8.00 Uhr – 12.00 Uhr).